Montag, 8. Juli 2013
Spieletest: Kakerlakak
Kakerlakak: Ein turbulentes Spiel, rund um eine kleine Kakerlake

Eine Kakerlake in der Küche? Das darf nicht sein, also nichts wie weg mit ihr! Am besten wird ihr sofort eine Falle gestellt und dann ab in den Müll mit ihr in der Ecke, damit Ekel und Schrecken in auf der Stelle ein Ende haben! Zum Glück liegt genug Besteck bereit um sie ohne sie zu berühren in dir richtige Richtung zu lenken, also nichts wie los, die Jagd kann beginnen!

Bevor eine nähere Beschreibung des Spiels folgt, kommen wir erst mal zu den „harten“ Fakten:
Bei Kakerlakak handelt es sich um ein buntes und lebendiges Kinderspiel von Peter-Paul Jopen aus dem Hause Ravensburger. Das Spiel ist für zwei bis vier Spieler ausgelegt und dauert ca. 15-20 Minuten. Es eignet sich für Kinder ab einem Alter von fünf Jahren, nach oben sind keine Grenzen gesetzt. Kakerlakak setzt vor allem auf Tempo und Aktion, verlangt seinen Spielern aber auch etwas an Geschicklichkeit ab und auch Glück kann auf dem Weg zum Sieg nicht schaden.
Das Spiel selbst besteht aus einem dreidimensionalen Spielplan, der mit 24 drehbaren Besteckteilen, je acht Messern, Gabeln und Löffeln, bestückt ist. Am Rand des Spielplans befinden sich 4 „Türen“, die Kakerlakenfallen. Die Kakerlake selbst ist ein kleines, etwa 4cm großes elektrisches Käferchen, welches an einem Schalter unter dem Bauch in Bewegung gebracht werden kann.
Zusätzlich gehören noch 18 Kakerlaken-Chips, die als Siegpunkte dienen, eine Spielanleitung und ein Würfel zur Ausstattung.

Zum Spiel:
Das Spiel läuft so ab, dass zunächst die Besteckteile des Spielfeldes in eine der verschiedenen Ausgangsstellungen gebracht werden, die man der Anleitung entnehmen kann. Anschließend wird die Kakerlake angestellt und in die Mitte des Plans gesetzt. Von nun an wird reihum gewürfelt, der jüngste Spieler beginnt. Der Würfel kann vier unterschiedliche Ereignisse anzeigen: Gabel: Der Spieler darf eine der Gabeln auf dem Feld drehen. Löffel: Ein Löffel darf gedreht werden. Messer: Ein Messer darf gedreht werden oder aber „?“, was soviel wie ein Joker ist: Der Spieler darf sich aussuchen, an welchem Besteckteil er drehen möchte. Alles mit dem Ziel, die Kakerlake so zu lenken, dass sie in die eigene Falle tappt, also durch die „Tür“ in einer der Ecken des Spielplanes fällt. Dazu muss das Besteck am besten so gedreht werden, dass sich der Weg zur eigenen Falle öffnet, der zu den Fallen der Gegner verschließt, bzw. dieser blockiert wird. Was leicht klingt, ist in Wirklichkeit gar nicht so einfach, den die kleine Kakerlake ist blitzschnell und ehe man sich versieht, ist sie schon durch die nächste offene Lücke, die man übersehen hat, davon.

Bewertung:
Das Spiel „Kakerlakak“ sorgt sowohl bei Kindern wie auch bei Erwachsenen für Spaß und Spannung. Anders als viele andere Spiele, die sich an Kinder ab fünf Jahren richten, ist dieses Spiel auch für Erwachsene oder ältere Kinder noch interessant und lustig, da keine subtilen, berechenbaren Schemata hinter dem Spielprinzip stecken, denn die kleine Kakerlake ist unberechenbar in ihren Laufwegen und man kann nie sagen, welche Richtung sie als nächstes einschlagen wird. Klingt nach reinem Glücksspiel? Ganz sicher nicht! Durch das Drehen des Bestecks kann der Weg beeinflusst werden. Der Weg kann ihr versperrt oder geöffnet werden, die Pläne des Gegners können durchkreuzt werden, indem sein Pfad geschickt blockiert wird. Doch Achtung! Eile ist angesagt, denn sonst überlegt es sich die kleine Kakerlake schon wieder anders und die eigene Strategie ist schon nicht mehr aktuell. Und dann spielt ja auch noch der Würfel eine nicht ganz unentscheidende Rolle...
Wie wir beim Spielen festgestellt haben, ist räumliches Vorstellungsvermögen bei dem Spiel von Vorteil. Wer rasch den Gesamtspielplan und die Anordnung des Bestecks überblickt, weiß, welche Wege er mit welchem Zug wie beeinflusst, kann schnell reagieren und die Kakerlake in seine Falle locken. Es ließ sich feststellen, dass das Spiel auch dazu verhilft, räumliches Denken der Kinder zu fördern, wie bei mehreren Kindern zu beobachten war, die das Spiel mit mir in der schulischen Nachbetreuung testeten. Es war interessant zu beobachten, wie selbst die jüngeren Kinder schnell dazu übergingen, Strategien zu entwickeln, um die Kakerlake zu ihrer Tür zu locken und wen wundert es: Die Kinder waren nicht im Nachteil, man kann sogar sagen, die Kinder waren den Erwachsenen gegenüber etwas im Vorteil, wenn es darum ging, die meisten Gewinn-Chips einzukassieren und das Spiel für sich zu entscheiden.

Alles in allem ist Kakerlakak ein sehr empfehlenswertes Spiel. Die Spielanleitung ist einfach zu verstehen und macht ein schnelles Losspielen möglich. Das Material des Spieles ist, wie man es von Ravensburger gewohnt ist, hochwertig und stabil und was uns vor allem gefallen hat, der Kasten selbst dient als Spielplan, langes Auf- und Abbauen wird auf diese Weise vermieden.
Altersmäßig ist das Spiel, wie bereits beschrieben, wirklich für Kinder ab fünf Jahren geeignet, aber auch bei älteren Kindern und Erwachsenen verliert es nicht an Spannung und Unterhaltung.

Daher fällt unser Fazit eindeutig aus: 5 Sterne!

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